Die Stadt Leer
Der Landkreis Leer hat eine Größe von 1086,19
qkm und besteht aus 3 Städten (Borkum, Leer und Weener), 3 Samtgemeinden (Bunde,
Hesel und Jümme) und 6 Gemeinden (Jemgum, Moormerland, Ostrhauderfehn,
Rhauderfehn, Uplengen und Westoverledingen). Insgesamt leben im Landkreis Leer
153.200 Einwohner.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau. Die Ems- und die Ledabrücke
wurden als erste wiederhergestellt, um der Stadt ihre alte Funktion als
Verkehrsknotenpunkt wiederzugeben. Im Jahre 1949 fand dann die erste
Ostfrieslandschau statt, eine regionale Messe, die seitdem ihren festen Platz in
der ostfriesischen Wirtschaft hat und 1994 zum 25. Male veranstaltet wurde.
Mit dem Bau des Ledasperrwerkes wurde im Jahre 1954 ein so genanntes
Jahrhundertbauwerk geschaffen, das für das Leda-Jürnme-Gebiet die Gefahren der
Hochwasser und Sturmfluten bannte und der Landwirtschaft damals dringend
benötigte Flächen gab. Weitere wirtschaftlich bedeutsame Entwicklungen gab es
mit der Wiederherstellung der Kasernenanlagen, Leer war also seit 1961 wieder
Garnisonsstadt.
Für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben wurden im Laufe der Jahrzehnte
bedeutende Flächen geschaffen, am Großen Stein, in Logabirum, in Loga und das
Industriegebiet "Leer Nord" bei Nüttermoor.
Durch eine neue Kammerschleuse wurde der Hafen wettbewerbsfähiger, was sich in
den folgenden Jahren durch ständig steigende Güterumschläge bemerkbar machte.
Allerdings kam für die seit 1951 in Leer ansässige Jansen-Werft im Jahre 1987
das Aus. Auch mussten die Olympiawerke, zeitweise die größten Arbeitgeber in
Leer, ihre Tore schließen. Dies galt auch für einige andere Betriebe, so dass
Leer eine Reihe von Jahren unter sehr hohen Arbeitslosenzahlen litt, doch gelang
es der Stadt, besonders seit Ende der 80er Jahre, die wirtschaftliche
Entwicklung positiv zu gestalten. Heute gehören aufstrebende Betriebe wie die
Reedereien, zahlreiche handwerkliche Betriebe u.a. zum tonangebenden Bild der
Wirtschaft.
Auch die Verkehrslage der Stadt wurde weiter verbessert. Der Flughafen
Nüttermoor wurde Bindeglied zu den Nordseeinseln, aber auch zu den Flughäfen im
Innern des Landes. Die Einführung des INTERREGIO schuf die ständige Verbindung
zu den Ballungszentren Bremen, Harnburg einerseits und dem Ruhrgebiet
andererseits im Zwei-Stunden-Takt. Die Anbindung Leers an das deutsche
Autobahnnetz verstärkte die Mittelpunktlage Leers.
Für die Bewohner wandelte sich Leer zu einer lebenswerten Stadt. Öffentliche
Einrichtungen wie das Hallenbad, eine neue Stadtbibliothek, der Kulturspeicher
entstanden. Die mit viel Grün gestalteten Fußgängerzonen in der Mühlenstraße und
seit Neuern auch in der Rathausstraße wurden bevorzugte Einkaufsbereiche, vor
allem auch, weil ausreichende Parkmöglichkeiten durch zwei Parkhäuser geschaffen
wurden. Die Stadtsanierung der Altstadt schenkte Leer ein Kleinod städtischen
Lebens.
Der Wanderweg Ostfriesland, die drei Parks in Leer, an der Evenburg, an der
Philippsburg und der ]ulianenpark, neue Sportanlagen in Heisfelde und Loga.
Häfen für Sportboote in Bingum, Leer und Loga und Tennishallen gaben neue
Freizeitmöglichkeiten. Zahlreiche Sport-, Kultur- und Hobbyvereine ermöglichen
die Gestaltung fast jeden Hobbys.
Privates Engagement im Kulturbereich wie die Musikabende des Vereins junger
Kaufleute, die Autorenlesungen der Buchhandlung Taraxacum, die "Kunstmeile" des
Kultur- und Verkehrsvereins, die Veranstaltungen des Zollhausvereins, um nur
einige zu nennen, dazu ein breites Angebot an Hotels, Restaurants und
Gastwirtschaften, verstärkte die Lebensqualität der Bürger.
Kein Wunder, dass die Einwohnerzahl stieg, immer neue Wohnviertel besonders im
Norden und Osten entstanden.
Die neueste Entwicklung der Stadt ist gekennzeichnet von dem raschen Ausbau
verschiedener Gewerbegebiete im Norden, Westen und Osten der Stadt, um für die
Zukunft Arbeitsplätze zu sichern.
Die Nessehalbinsel soll zum Teil zu einem gehobenen Wohnbezirk werden, der
touristisch und wassersportlich interessant sein dürfte.
